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Minos (Dialog)
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Der Minos (altgriechisch ÎœÎŻÎœÏ‰Ï‚ MĂ­nƍs) ist ein kurzer literarischer Dialog in altgriechischer Sprache, der angeblich von Platon stammt, aber heute in der Forschung als unecht gilt. Der unbekannte Verfasser lebte im 4. Jahrhundert v. Chr.

Es wird ein fiktives GesprĂ€ch zwischen dem Philosophen Sokrates und einem nicht namentlich genannten Freund wiedergegeben. Sie erörtern die Frage der Norm, an der sich die staatliche Gesetzgebung auszurichten hat. Es zeigt sich, dass weder ĂŒberlieferte Sitten noch willkĂŒrliche BeschlĂŒsse einer gesetzgebenden Instanz eine unanfechtbare, schlechthin richtige Grundlage bieten können. Nach dem Befund der beiden GesprĂ€chspartner muss sich ein weiser Gesetzgeber ebenso wie ein Verfasser von Fachliteratur an den objektiven, naturgesetzlichen Gegebenheiten orientieren, die fĂŒr seinen ZustĂ€ndigkeitsbereich gelten. Als klassisches Beispiel fĂŒhrt Sokrates die Gesetzgebung des kretischen Königs Minos an, die er als vorbildlich darstellt. Nach Minos ist daher der Dialog benannt. Er ist eine wichtige Quelle fĂŒr die frĂŒhe Geschichte des Naturrechtsgedankens.

Contents

‱ Inhalt
‱ Rezeption
‱ Literatur
‱ Weblinks

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GesprÀchssituation und Dialoggestaltung

Eine einleitende Rahmenhandlung fehlt. Das Geschehen wird nicht von einem Berichterstatter erzĂ€hlt, sondern setzt unvermittelt ein und wird durchgĂ€ngig in direkter Rede wiedergegeben. Diese Darstellungsweise wird in der Fachliteratur als „dramatische Form“ bezeichnet. Wann und in welcher Umgebung sich der fiktive Dialog abspielt und aus welchem Anlass er begonnen wurde, teilt der Autor nicht mit. Der Schauplatz kann sich nur in Athen, der Heimatstadt des Sokrates, befinden. Einen Anhaltspunkt fĂŒr die chronologische Einordnung bietet nur der Umstand, dass Sokrates, der 399 v. Chr. als SiebzigjĂ€hriger starb, ebenso wie sein GesprĂ€chspartner schon in fortgeschrittenem Alter ist, wie aus einer Bemerkung am Schluss hervorgeht.cite-ref-1[1]

Die GesprĂ€chsgestaltung folgt einem Muster, das dem Leser der echten Werke Platons aus den frĂŒhen Dialogen vertraut ist. Das Ziel ist wie gewöhnlich die richtige Definition eines Begriffs, in diesem Fall des Begriffs „Gesetz“ (griechisch nĂłmoscite-ref-2[2]). Korrekt ist eine Definition, wenn sie die Beschaffenheit ihres Gegenstands genau angibt und damit dessen Besonderheit herausarbeitet. So soll das Wesen, die Natur des Untersuchungsobjekts philosophisch erfasst werden. Sokrates lenkt das gemeinsame BemĂŒhen um Erkenntnis und bestimmt den Ablauf des dialogischen Geschehens. Mit Fragen findet er heraus, inwieweit Übereinstimmung ĂŒber einzelne Annahmen und Bewertungen besteht, und vergewissert sich, dass eine gemeinsame GesprĂ€chsbasis gegeben ist. DefinitionsvorschlĂ€ge werden der Reihe nach auf ihre Tauglichkeit geprĂŒft.cite-ref-3[3]

Der Freund zeigt kaum ein eigenes Profil, er folgt willig – wenngleich manchmal nur zögernd – den Überlegungen des Sokrates. Im Lauf der Untersuchung wird in allen angesprochenen Punkten Übereinstimmung erzielt. Es gelingt aber nicht, die Ausgangsfrage zu klĂ€ren, was ein Gesetz eigentlich ist, das heißt: wodurch es seines Namens wĂŒrdig wird. Es bleibt offen, worin genau die Leistung eines guten Gesetzgebers besteht. Somit endet der Dialog in einer Aporie, einer Lage, in der sich keine Lösung abzeichnet.cite-ref-4[4]

Inhalt

Der Dialog beginnt unvermittelt mit der Frage des Sokrates, was das Gesetz „fĂŒr uns“ sei, das heißt: wie ĂŒber die korrekte Bestimmung dieses Begriffs EinverstĂ€ndnis zu erzielen sei. Auf die Gegenfrage, was fĂŒr ein Gesetz er meine, antwortet Sokrates mit einer ErlĂ€uterung. Er erklĂ€rt, es gehe ihm um das Gesetz schlechthin, um „Gesetz“ als allgemeinen Begriff. Der Begriff könne nicht Verschiedenartiges einschließen. So wie Gold in sich keine Unterschiedlichkeit aufweise und die Frage „Was fĂŒr ein Gold?“ daher sinnlos sei, mĂŒsse auch das Gesetz, insoweit es um den Begriff als solchen gehe, etwas Einheitliches sein.cite-ref-5[5]

Der erste Definitionsvorschlag des Freundes lautet, Gesetz sei das Geltende, also das als herkömmliche Sitte Befolgte oder als traditionelle Einrichtung Anerkannte. Dagegen erhebt Sokrates den Einwand, dass das Sprechen vom Gesprochenen zu unterscheiden sei, das Sehen vom Gesehenen und das Hören vom Gehörten. So wie diese TĂ€tigkeiten nicht anhand ihrer jeweiligen Erzeugnisse bestimmt werden können, ist nach Sokrates’ VerstĂ€ndnis das Wesen der Gesetzgebung, der gesetzgeberischen TĂ€tigkeit, nicht durch den bloßen Hinweis auf ihr Erzeugnis zu erfassen. Vielmehr kommt es auf das Verstehen des Akts an. So wie optische und akustische EindrĂŒcke Resultate des Wahrnehmens von etwas Vorhandenem sind, muss auch das als gesetzlich Anerkannte eine Art Eindruck sein – das Ergebnis eines Wahrnehmungsakts, der sich auf eine objektive RealitĂ€t bezieht. Das fĂŒr legal Befundene ist das Produkt des Erfassens einer objektiven Gegebenheit, die der Gesetzgeber entdeckt hat, so wie ein Sehender mit seinen Augen etwas herausfindet. Diesen Entdeckungsvorgang zu verstehen ist die Aufgabe dessen, der begreifen will, worin Gesetzgebung besteht. Der Freund sieht das ein.cite-ref-6[6]

Nun schlĂ€gt der Freund vor, das Gesetz als das zu bestimmen, was ein Staat in Kraft gesetzt hat, etwa wie es in der attischen Demokratie durch Volksentscheid geschieht. Demnach ist das Gesetz der Ausdruck derjenigen politischen Meinung, die sich jeweils durchgesetzt hat. Dies ist jedoch eine rein formale, wertfreie Definition, die hinsichtlich der Gerechtigkeit und Tauglichkeit einer Gesetzgebung nichts aussagt. Das empfinden Sokrates und sein Freund als unbefriedigend, denn sie sind beide der Überzeugung, das Gesetz mĂŒsse einen Wert darstellen, etwas Schönes und Gutes sein. Wenn das Gesetz ein Gut ist, dann gehört zu seinen Eigenschaften notwendigerweise die Gerechtigkeit. Dies trifft aber nicht auf alle BeschlĂŒsse von gesetzgebenden Instanzen zu. Somit kann ein schlechter Beschluss, eine ungerechte Vorschrift gar nicht als „Gesetz“ bezeichnet werden. Gesetz im eigentlichen Sinn ist also nur das, was sich an einer „guten“, der Wahrheit entsprechenden Meinung orientiert. Eine wahre Meinung ist, wie Sokrates feststellt, eine Entdeckung (exheĂșresis „Findung“) des unwandelbar „Seienden“, einer objektiven, ĂŒberzeitlichen RealitĂ€t. Diese Wirklichkeit muss die Norm der Gesetzgebung sein. Das Gesetz „will“, wie Sokrates es ausdrĂŒckt, „ein Herausfinden des Seienden sein“. Dagegen richtet sich nun aber der Einwand des Freundes, die konkret bestehenden Gesetze seien verĂ€nderlich und in verschiedenen Staaten verschieden, was nicht der Fall wĂ€re, wenn sie auf der Entdeckung eines naturgegebenen Sachverhalts basierten. Dabei beachtet der Freund nicht, dass Sokrates nur vom Willen gesprochen hat und nicht von dessen konkreter Verwirklichung im Einzelfall.cite-ref-7[7]

Nach der Überlegung, die Sokrates nun anstellt, muss das Gerechte immer und ĂŒberall gerecht sein und das Schöne schön, ebenso wie Schweres stets schwer und Leichtes leicht ist. Also kann auch das Gesetzliche nicht wandelbar oder ortsabhĂ€ngig sein. Wer das Seiende – die naturgemĂ€ĂŸe Norm – verfehlt, der weicht vom objektiv Gesetzlichen ab. In der Medizin, der Landwirtschaft, der GĂ€rtnerei und der Kochkunst bestehen natĂŒrliche GesetzmĂ€ĂŸigkeiten, deren Kenntnis immer und ĂŒberall von der jeweiligen Fachliteratur in gleicher Weise vermittelt wird. Ebenso gibt es auch in der Kunst der Verwaltung eines Staatswesens das schlechthin Richtige, das zu erkennen und zu verwirklichen die Aufgabe der zustĂ€ndigen Fachleute, der Gesetzgeber, ist. Wenn diese Aufgabe korrekt erfĂŒllt wird, verdient die schriftliche Fixierung des als richtig Erkannten die Bezeichnung „Gesetz“. Was aber zu Unrecht, ohne Kenntnis der natĂŒrlichen Norm, als Vorschrift festgelegt worden ist, das ist in Wirklichkeit gesetzwidrig, obwohl Unwissende es fĂŒr ein gĂŒltiges Gesetz halten. Da die Norm des objektiv Gesetzlichen als Naturgegebenheit unverĂ€nderlich ist, dĂŒrfen auch die ihr folgenden Gesetze des Staates keiner VerĂ€nderung unterliegen. Wer an solchen Gesetzen etwas Ă€ndert, zeigt damit seine Inkompetenz. Die Gesetzgebung muss einem Fachmann vorbehalten bleiben, der die fĂŒr seinen ZustĂ€ndigkeitsbereich maßgeblichen Natursachverhalte kennt, so wie ein Landwirt, ein Sportlehrer oder ein Schafhirt ĂŒber das fĂŒr seinen Beruf wesentliche Fachwissen verfĂŒgt. Ein solcher Fachmann ist fĂŒr Sokrates ein König; dabei denkt er nicht an gegenwĂ€rtige Herrscher, sondern an weise Könige der Vorzeit, die er fĂŒr die idealen Gesetzgeber hĂ€lt.cite-ref-8[8]

Damit wendet sich das GesprĂ€ch einer fernen Vergangenheit zu, von der Homer und Hesiod berichten. Sokrates hĂ€lt die Angaben dieser Dichter fĂŒr vertrauenswĂŒrdig. Nach seiner Darstellung sind die Ă€ltesten und besten Gesetze der Griechen diejenigen der Kreter. Ihre Urheber seien die Könige Minos und Rhadamanthys. Minos stehe bei den Athenern zu Unrecht in schlechtem Ruf, da ihn die Tragödiendichter als Bösewicht dargestellt hĂ€tten, um sich wegen eines alten Konflikts an ihm zu rĂ€chen. In Wirklichkeit sei Minos ein guter Herrscher gewesen. Er habe als Sohn des Gottes Zeus von seinem göttlichen Vater Belehrung empfangen und daher seinen MitbĂŒrgern eine optimale Gesetzgebung hinterlassen. Aus diesem Weisheitsschatz habe der spartanische Gesetzgeber Lykurg geschöpft.cite-ref-9[9]

Sokrates gibt sich aber nicht damit zufrieden zu wissen, welche Gesetze die besten sind. Vielmehr kommt es aus seiner Sicht darauf an herauszufinden, wie eine gute Gesetzgebung die Seelen der StaatsbĂŒrger veredelt. Die beiden GesprĂ€chspartner mĂŒssen einrĂ€umen, dass sie das nicht wissen. Abschließend bemerkt Sokrates, solche Unwissenheit sei fĂŒr reife MĂ€nner wie sie eine Schande.cite-ref-10[10]

Verfasser, Entstehungszeit und ideengeschichtliche Einordnung

In der modernen Forschung hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass der Verfasser des Minos nicht Platon ist, sondern ein unbekannter Schriftsteller, der den Stil der Dialoge Platons imitiert hat. Die Unechtheit wird aus formalen und inhaltlichen Merkmalen abgeleitet. Es wird vorgebracht, der Autor habe von Platon szenische und argumentationstechnische Elemente ĂŒbernommen, die er aber anders oder verkĂŒrzt verwende, oft ohne funktionalen Zusammenhang. Außerdem enthalte der Minos auch unplatonisches Gedankengut.cite-ref-11[11]

Die gegenteilige Position hat relativ wenige AnhĂ€nger.cite-ref-12[12] Ein namhafter BefĂŒrworter der Echtheit war der Philosoph Leo Strauss (1899–1973).cite-ref-13[13] Glenn R. Morrow vermutet einen Entwurf Platons, der unfertig geblieben sei. Er meint, es handle sich um ein SpĂ€twerk des Philosophen, das etwa zur selben Zeit entstanden sei wie der Dialog Nomoi (Gesetze); vielleicht sei es ursprĂŒnglich als Einleitung zu diesem Werk gedacht gewesen.cite-ref-14[14]

Als Entstehungszeit wird meist die zweite HĂ€lfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. angenommen, doch kann ein Entwurf oder eine Urfassung schon in der ersten HĂ€lfte entstanden sein. Offenbar gehörte der Verfasser der Platonischen Akademie an.cite-ref-15[15] Joachim Dalfen hat fĂŒr eine frĂŒhe Datierung plĂ€diert und dies ausfĂŒhrlich begrĂŒndet. Er glaubt, dass der Minos und andere unechte Dialoge Arbeiten seien, mit deren Anfertigung Platon in den 380er Jahren seine ersten SchĂŒler beauftragt habe. Mit dieser Hypothese erklĂ€rt Dalfen die NĂ€he dieser Werke zu Platons FrĂŒhschriften und das Fehlen von Elementen, die fĂŒr die spĂ€teren echten Dialoge typisch sind. Damit widerspricht er der sehr verbreiteten SpĂ€tdatierung, die mit mutmaßlichen BerĂŒhrungspunkten mit Platons spĂ€ten Schriften begrĂŒndet wird.cite-ref-16[16] Dalfens FrĂŒhdatierung setzt voraus, dass kein Zusammenhang mit dem SpĂ€twerk Nomoi besteht. In der Forschung ist verschiedentlich darauf hingewiesen worden, dass trotz einer breiten thematischen Überschneidung kein Einfluss der Nomoi auf den Minos erkennbar sei. Dieser Ansicht ist neben Dalfen auch Carl Werner MĂŒller, der konstatiert, die beiden Dialoge hĂ€tten abgesehen von der Thematik nichts miteinander zu tun. MĂŒller meint zwar, dass die Anspielung auf das fortgeschrittene Alter der GesprĂ€chspartner im Schlussteil des Minos einer Angabe in den Nomoicite-ref-17[17] nachgebildet sei, doch erklĂ€rt er dies mit der Hypothese, der Schlussteil (321c4–d10) gehöre nicht zum ursprĂŒnglichen Text, sondern sei nachtrĂ€glich angefĂŒgt worden.cite-ref-18[18] Diese Hypothese hat allerdings nicht die Zustimmung von Dalfen gefunden. Dalfen meint, der Schluss sei nicht kĂŒnstlich aufgesetzt, sondern kompositionell mit dem Vorausgehenden verbunden und habe eine wesentliche Funktion: Er weise auf Platons Dialog Gorgias voraus, in dem die Antwort auf die im Minos offen gebliebene Frage gegeben werde.cite-ref-19[19]

Der Verfasser des Minos war anscheinend von der Lehre des Philosophen Antisthenes, eines Ă€lteren Zeitgenossen Platons, beeinflusst. Besonders die Vorstellung eines konkret in einem Staat bestehenden Gesetzes, das einer absoluten, zeitlosen Norm entspricht und daher schlechthin richtig ist, deutet auf Antisthenes, denn Platon war diesbezĂŒglich anderer Auffassung. Platon sah in jeder Gesetzgebung einen prinzipiell unvollkommenen Versuch, das Besondere allgemein zu regeln; kein Gesetzestext könne jede situationsbedingt zu fĂ€llende Entscheidung vorwegnehmen. Auf die Logik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie des Antisthenes dĂŒrfte die Forderung nach strenger Übereinstimmung von sprachlicher Bezeichnung, Begriff und Seiendem zurĂŒckzufĂŒhren sein.cite-ref-20[20]

Zielsetzung und Interpretation

Der Verfasser des Minos wendet sich radikal gegen das in sophistischen Kreisen verbreitete, von Sokrates, Platon und den Platonikern bekĂ€mpfte relativistische VerstĂ€ndnis von Recht und Gerechtigkeit. Er weigert sich, die Gesetzgebung als bloße Konvention, Kodifizierung örtlicher Gewohnheiten und Ergebnis willkĂŒrlicher politischer BeschlĂŒsse in den einzelnen Staaten aufzufassen. Zwar verwendet er den Begriff „Natur“ in diesem Zusammenhang nicht, doch denkt er strikt naturrechtlich, indem er ein â€žĂŒberpositives“ Recht annimmt, das dem vom Menschen gesetzten „positiven Recht“ ĂŒbergeordnet sei. DemgemĂ€ĂŸ fordert sein Sokrates eine konsequent von der Naturrechtsvorstellung ausgehende Terminologie: Die Bezeichnung „Gesetz“ billigt er nur denjenigen staatlichen Bestimmungen zu, welche die von ihm angenommene objektive naturrechtliche RealitĂ€t wiedergeben. Solche Bestimmungen basieren demnach auf der „Entdeckung“ einer naturgesetzlichen, ĂŒberzeitlichen Wirklichkeit „Gesetz“, von deren Existenz der Autor ĂŒberzeugt ist. In seinem Kampf gegen das sophistische RechtsverstĂ€ndnis bedient er sich allerdings selbst sophistischer Ausdrucksweisen.cite-ref-21[21] Seine grundsĂ€tzliche Missbilligung von GesetzesĂ€nderungen zielt auf die demokratischen Gepflogenheiten der Athener, die zu legislativen Neuerungen fĂŒhren.cite-ref-22[22] Dieser wechselhaften Gesetzgebung stellt er die StabilitĂ€t in den nichtdemokratischen Staaten Kreta und Sparta als Vorbild entgegen. Damit bringt er eine in konservativen Kreisen Athens verbreitete Haltung zum Ausdruck: hohe WertschĂ€tzung fĂŒr das Althergebrachte, das „VĂ€terliche“ oder „von den VĂ€tern Ererbte“, insbesondere fĂŒr die „vĂ€terliche Verfassung“, und generelles Misstrauen gegenĂŒber politischen VerĂ€nderungen. Aus dieser Perspektive erscheint allein die Tatsache, dass etwas alt ist, als Beweis fĂŒr gute QualitĂ€t. Dahinter steht ein kulturpessimistisches Geschichtsbild; die historische Entwicklung wird als Verfallsprozess der Zivilisation aufgefasst.cite-ref-23[23] Der Verfasser des Minos lĂ€sst seinen Sokrates behaupten, die von König Minos eingefĂŒhrten Gesetze bestĂŒnden auf Kreta noch in der Gegenwart unverĂ€ndert, und dies sei das beste Zeichen dafĂŒr, dass der kretische Gesetzgeber hinsichtlich der Staatslenkung die Wahrheit ĂŒber das Seiende gut herausgefunden habe.cite-ref-24[24]

Rezeption

Antike und Mittelalter

In der Antike zweifelte man nicht an der Echtheit des Minos. Mehrere Autoren – Strabon, Plutarch, Clemens von Alexandria und der spĂ€tantike Neuplatoniker Proklos – nahmen auf einzelne Stellen Bezug und nannten ausdrĂŒcklich Platon als Verfasser.cite-ref-25[25] In der Tetralogienordnung der Werke Platons, die anscheinend im 1. Jahrhundert v. Chr. eingefĂŒhrt wurde, wurde der Minos in die neunte Tetralogie eingereiht. Der Philosophiegeschichtsschreiber Diogenes Laertios zĂ€hlte ihn zu den „politischen“ Dialogen und gab als Alternativtitel Über das Gesetz an. Dabei berief er sich auf eine heute verlorene Schrift des Mittelplatonikers Thrasyllos.cite-ref-26[26]

Die antike TextĂŒberlieferung des Minos beschrĂ€nkt sich auf einige Fragmente einer Papyrus-Handschrift aus dem frĂŒhen 3. Jahrhundert.cite-ref-27[27]

Die Ă€lteste erhaltene mittelalterliche Minos-Handschrift wurde um die Mitte des 9. Jahrhunderts im Byzantinischen Reich angefertigt. Vermutlich war sie fĂŒr die Bibliothek des kaiserlichen Palastes bestimmt.cite-ref-28[28] Bei den lateinischsprachigen Gelehrten des Westens war der Minos im Mittelalter unbekannt. SpĂ€testens im 11. Jahrhundert entstand eine Übersetzung des Dialogs ins Armenische.cite-ref-29[29]

Neuzeit

Im Westen wurde der Minos im Zeitalter des Renaissance-Humanismus wiederentdeckt. Der Humanist Marsilio Ficino zweifelte nicht an der Echtheit; er ĂŒbersetzte das Werk ins Lateinische. Ficino teilte die im Dialog vertretene Überzeugung, dass schlechte Einrichtungen nicht als Gesetze zu bezeichnen sind.cite-ref-30[30] Die Übersetzung veröffentlichte er 1484 in Florenz in der Gesamtausgabe seiner lateinischen Platon-Übersetzungen. Damit wurde der Dialog einem breiteren gebildeten Lesepublikum zugĂ€nglich. Die Erstausgabe des griechischen Textes erschien im September 1513 in Venedig bei Aldo Manuzio als Teil der ersten Gesamtausgabe der Werke Platons. Der Herausgeber war Markos Musuros. Der spanische Theologe und Philosoph Francisco SuĂĄrez († 1617), ein dezidierter Verteidiger des Naturrechtsgedankens, zog den Minos in Ficinos Übersetzung heran.cite-ref-31[31]

Die ersten Forscher, die den Dialog fĂŒr unecht befanden, waren August Boeckh und Friedrich Schleiermacher. Boeckh Ă€ußerte sich in einer 1806 erschienenen Untersuchung,cite-ref-32[32] Schleiermacher nahm 1805 in der Einleitung seiner deutschen Minos-Übersetzung zur Echtheitsfrage Stellung. Sein Urteil ĂŒber die literarische QualitĂ€t fiel vernichtend aus. Das Ende des Werks sei „fade und ungehörig“. Daran Ă€ndere die Vermutung der UnvollstĂ€ndigkeit nichts, denn es handle sich auf jeden Fall um eine „schlechte Arbeit“ und es sei unmöglich, dass „eine solche Anlage jemals zu etwas Gutem könnte gediehen sein“. „Absicht und Gang“ des GesprĂ€chs seien unplatonisch, es werde mit „ganz unsokratischem Leichtsinn“ vorgegangen. Hinzu komme die Unbeholfenheit der Sprache.cite-ref-33[33] Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff bezeichnete 1919 den Minos als Erzeugnis eines „ganz unphilosophischen und unplatonischen Verfassers“.cite-ref-34[34]

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird der Dialog oft als eine der ersten rechtsphilosophischen Schriften in der abendlĂ€ndischen Geistesgeschichte und als wichtige Quelle fĂŒr die frĂŒhe Geschichte des Naturrechtsgedankens gewĂŒrdigt.cite-ref-35[35] In der neueren Forschung mehren sich positive EinschĂ€tzungen. Andre Archie und Joachim Dalfen sehen im Minos einen profunden und komplexen Dialog, Christopher J. Rowe hĂ€lt ihn fĂŒr ein in vieler Hinsicht anziehendes und vollendetes Werk.cite-ref-36[36] David Mulroy bezeichnet ihn als ein Werk von höchster QualitĂ€t, dessen VorzĂŒge allerdings nicht offenkundig seien. Er sei bemerkenswert kunstvoll und anregend.cite-ref-37[37] Claire McCusker verteidigt den Minos ausfĂŒhrlich gegen den Vorwurf der InkohĂ€renz und findet in dem Dialog Überlegungen, die auch fĂŒr die aktuelle Naturrechtsdebatte relevant seien.cite-ref-38[38]

Ausgaben und Übersetzungen

‱ Gunther Eigler (Hrsg.): Platon: Werke in acht BĂ€nden, Band 8/2, 4. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-19095-5, S. 517–553 (Abdruck der kritischen Ausgabe von Joseph SouilhĂ©, Paris 1930, mit einer von Klaus Schöpsdau ĂŒberarbeiteten Fassung der deutschen Übersetzung von Hieronymus MĂŒller, Leipzig 1866)
‱ Joachim Dalfen (Übersetzer): Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar (= Ernst Heitsch, Carl Werner MĂŒller (Hrsg.): Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar, Band IX 1). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-30432-7, S. 11–24
‱ Franz Susemihl (Übersetzer): Minos. In: Erich Loewenthal (Hrsg.): Platon: SĂ€mtliche Werke in drei BĂ€nden, Bd. 1, unverĂ€nderter Nachdruck der 8., durchgesehenen Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-17918-8, S. 891–905

Literatur

Übersichtsdarstellung

‱ Michael Erler: Platon (Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, hrsg. von Hellmut Flashar, Band 2/2). Schwabe, Basel 2007, ISBN 978-3-7965-2237-6, S. 307–308, 668–669

Kommentar

‱ Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar (= Ernst Heitsch, Carl Werner MĂŒller (Hrsg.): Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar, Band IX 1). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-30432-7, S. 25–172

Untersuchungen

‱ David Janssens: Law’s Wish: the Minos on the Origin and the Unity of the Legal Order. In: Netherlands Journal of Legal Philosophy 32, 2003, S. 26–40
‱ Victor Bradley Lewis: Plato’s Minos: The Political and Philosophical Context of the Problem of Natural Right. In: The Review of Metaphysics 60, 2006, S. 17–53
‱ Mark J. Lutz: Divine Law and Political Philosophy in Plato’s Laws. Northern Illinois University Press, DeKalb 2012, ISBN 978-0-87580-445-3, S. 12–32
‱ Bernd Manuwald: Zum pseudoplatonischen Charakter des Minos. Beobachtungen zur Dialog- und Argumentationsstruktur. In: Klaus Döring u. a. (Hrsg.): Pseudoplatonica. Franz Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08643-9, S. 135–153
‱ Claire McCusker: Between Natural Law and Legal Positivism: Plato’s Minos and the Nature of Law. In: Yale Journal of Law & the Humanities 22, 2010, S. 83–104
‱ Carl Werner MĂŒller: Cicero, Antisthenes und der pseudoplatonische Minos ĂŒber das Gesetz. In: Carl Werner MĂŒller: Kleine Schriften zur antiken Literatur und Geistesgeschichte. Teubner, Stuttgart 1999, ISBN 3-519-07681-0, S. 558–577

Weblinks

‱ Minos (griechischer Text nach der Ausgabe von John Burnet, 1907)
‱ Minos (deutsche Übersetzung nach Friedrich Schleiermacher, bearbeitet)
‱ Minos (englische Übersetzung von Walter Rangeley Maitland Lamb)
‱ Patrick Kernahan: The Meaning of Law: Plato’s Minos, 2004

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 307.
cite-note-22. ↑ Zur Bedeutungsbreite des Begriffs nomos, der neben staatlichen Gesetzen auch andere Handlungsnormen (Brauchtum, Sitte, Konventionen, Regeln) bezeichnet, siehe Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 68–78.
cite-note-33. ↑ Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 36–42.
cite-note-44. ↑ Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 41 f., 63.
cite-note-55. ↑ Minos 313a–b.
cite-note-66. ↑ Minos 313b–314b.
cite-note-77. ↑ Minos 314b–315d. Siehe dazu David Janssens: Law’s Wish: the Minos on the Origin and the Unity of the Legal Order. In: Netherlands Journal of Legal Philosophy 32, 2003, S. 26–40, hier: 30.
cite-note-88. ↑ Minos 315e–318d.
cite-note-99. ↑ Minos 318c–321c.
cite-note-1010. ↑ Minos 321c–d.
cite-note-1111. ↑ Siehe die knappe ForschungsĂŒbersicht bei Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 307 und die detaillierte Argumentation von Bernd Manuwald: Zum pseudoplatonischen Charakter des Minos. In: Klaus Döring u. a. (Hrsg.): Pseudoplatonica, Stuttgart 2005, S. 135–153.
cite-note-1212. ↑ Zu ihnen zĂ€hlen Victor Bradley Lewis: Plato’s Minos: The Political and Philosophical Context of the Problem of Natural Right. In: The Review of Metaphysics 60, 2006, S. 17–53, hier: S. 18 Anm. 3, William S. Cobb: Plato’s Minos. In: Ancient Philosophy 8, 1988, S. 187–207 und David Mulroy: The Subtle Artistry of the Minos and the Hipparchus. In: Transactions of the American Philological Association 137, 2007, S. 115–131, hier: S. 115 Anm. 1, S. 130 f.
cite-note-1313. ↑ Leo Strauss: On the Minos. In: Thomas L. Pangle (Hrsg.): The Roots of Political Philosophy, Ithaca/London 1987 (Erstveröffentlichung 1968), S. 67–79, hier: 67.
cite-note-1414. ↑ Glenn R. Morrow: Plato’s Cretan City, Princeton 1960, S. 35–39.
cite-note-1515. ↑ Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 307; Margherita Isnardi: Una nota al ‚Minosse‘ pseudoplatonico. In: La Parola del Passato 9, 1954, S. 45–53, hier: 51 f.; Eugen Dönt: Die Stellung der Exkurse in den pseudoplatonischen Dialogen. In: Wiener Studien 76, 1963, S. 27–51, hier: 44–46; Carl Werner MĂŒller: Cicero, Antisthenes und der pseudoplatonische Minos ĂŒber das Gesetz. In: Carl Werner MĂŒller: Kleine Schriften zur antiken Literatur und Geistesgeschichte, Stuttgart 1999, S. 558–577, hier: 563 f.
cite-note-1616. ↑ Joachim Dalfen: Beobachtungen und Gedanken zum (pseudo)platonischen Minos und zu anderen spuria. In: Klaus Döring u. a. (Hrsg.): Pseudoplatonica, Stuttgart 2005, S. 51–67; Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 29–67.
cite-note-1717. ↑ Platon, Nomoi 625b.
cite-note-1818. ↑ Carl Werner MĂŒller: Cicero, Antisthenes und der pseudoplatonische Minos ĂŒber das Gesetz. In: Carl Werner MĂŒller: Kleine Schriften zur antiken Literatur und Geistesgeschichte, Stuttgart 1999, S. 558–577, hier: S. 563–565 und Anm. 25, 26.
cite-note-1919. ↑ Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 168. Vgl. Bernd Manuwald: Zum pseudoplatonischen Charakter des Minos. In: Klaus Döring u. a. (Hrsg.): Pseudoplatonica, Stuttgart 2005, S. 135–153, hier: 141 f.
cite-note-2020. ↑ Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 307 f.; Christopher Rowe: Cleitophon and Minos. In: Christopher Rowe, Malcolm Schofield (Hrsg.): The Cambridge History of Greek and Roman Political Thought, Cambridge 2000, S. 303–309, hier: 308; ausfĂŒhrlich zum Einfluss der Philosophie des Antisthenes Carl Werner MĂŒller: Cicero, Antisthenes und der pseudoplatonische Minos ĂŒber das Gesetz. In: Carl Werner MĂŒller: Kleine Schriften zur antiken Literatur und Geistesgeschichte, Stuttgart 1999, S. 558–577, hier: 566–573. Siehe auch Carl Werner MĂŒller: Die Kurzdialoge der Appendix Platonica, MĂŒnchen 1975, S. 182 f., 185 f. und Joseph SouilhĂ© (Hrsg.): Platon: ƒuvres complĂštes, Bd. 13, Teil 2: Dialogues suspects, 2. Auflage, Paris 1962, S. 81 f.
cite-note-2121. ↑ Margherita Isnardi: Una nota al ‚Minosse‘ pseudoplatonico. In: La Parola del Passato 9, 1954, S. 45–53, hier: 46–48.
cite-note-2222. ↑ Carl Werner MĂŒller: Cicero, Antisthenes und der pseudoplatonische Minos ĂŒber das Gesetz. In: Carl Werner MĂŒller: Kleine Schriften zur antiken Literatur und Geistesgeschichte, Stuttgart 1999, S. 558–577, hier: 571 f.
cite-note-2323. ↑ Siehe zu dieser Denkweise Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 134–136.
cite-note-2424. ↑ Minos 321b.
cite-note-2525. ↑ Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 29, 139 f.
cite-note-2626. ↑ Diogenes Laertios 3,56–60.
cite-note-2727. ↑ Corpus dei Papiri Filosofici Greci e Latini (CPF), Teil 1, Bd. 1***, Firenze 1999, S. 142–146.
cite-note-2828. ↑ Parisinus Graecus 1807; siehe zu dieser Handschrift und ihrer Datierung Henri Dominique Saffrey: Retour sur le Parisinus graecus 1807, le manuscrit A de Platon. In: Cristina D’Ancona (Hrsg.): The Libraries of the Neoplatonists, Leiden 2007, S. 3–28.
cite-note-2929. ↑ Zur armenischen Übersetzung siehe Frederick C. Conybeare: On the Ancient Armenian Version of Plato. In: American Journal of Philology 12, 1891, S. 193–210, hier: 193, 209 f.
cite-note-3030. ↑ Ada Neschke-Hentschke: Platonisme politique et thĂ©orie du droit naturel, Bd. 2, Leuven 2003, S. 223 f., 665 f.
cite-note-3131. ↑ Ada Neschke-Hentschke: Platonisme politique et thĂ©orie du droit naturel, Bd. 2, Leuven 2003, S. 336, 347, 352 f.; Zusammenstellung der Stellen S. 692–695.
cite-note-3232. ↑ August Boeckh: In Platonis qui vulgo fertur Minoem eiusdemque libros priores de legibus, Halle 1806.
cite-note-3333. ↑ Friedrich Schleiermacher: Minos. Einleitung. In: Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher: Über die Philosophie Platons, hrsg. von Peter M. Steiner, Hamburg 1996, S. 171–173.
cite-note-3434. ↑ Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Platon. Beilagen und Textkritik, 4. Auflage, Dublin/ZĂŒrich 1969 (1. Auflage Berlin 1919), S. 325.
cite-note-3535. ↑ Victor Bradley Lewis: Plato’s Minos: The Political and Philosophical Context of the Problem of Natural Right. In: The Review of Metaphysics 60, 2006, S. 17–53, hier: S. 17–19 und Anm. 1.
cite-note-3636. ↑ Andre Archie: The Unity of Plato’s Minos. In: Philotheos 7, 2007, S. 160–171, hier: 160; Joachim Dalfen: Platon: Minos. Übersetzung und Kommentar, Göttingen 2009, S. 32 Anm. 7; Christopher Rowe: Cleitophon and Minos. In: Christopher Rowe, Malcolm Schofield (Hrsg.): The Cambridge History of Greek and Roman Political Thought, Cambridge 2000, S. 303–309, hier: 307.
cite-note-3737. ↑ David Mulroy: The Subtle Artistry of the Minos and the Hipparchus. In: Transactions of the American Philological Association 137, 2007, S. 115–131, hier: 115, 130 f.
cite-note-3838. ↑ Claire McCusker: Between Natural Law and Legal Positivism: Plato’s Minos and the Nature of Law. In: Yale Journal of Law & the Humanities 22, 2010, S. 83–104. Vgl. zur KohĂ€renz des Dialogs Judith Best: What Is Law? The Minos Reconsidered. In: Interpretation 8/2,3, 1980, S. 102–113 und Victor Bradley Lewis: Plato’s Minos: The Political and Philosophical Context of the Problem of Natural Right. In: The Review of Metaphysics 60, 2006, S. 17–53, hier: 19.